Eine Messstation führt einen definierten Wasserstrom an Sensoren, Sonden oder Analysegeräte. Dadurch können Wasserwerte unter kontrollierten Bedingungen gemessen werden. Die Messstation kann direkt an der Wasseraufbereitungsanlage, in einem Wasserhaus, in einer Technikzentrale oder im Bereich eines Schaltschrankes installiert werden.
Typische Bestandteile einer Messstation sind Probenahmeanschluss, Messwasserleitung oder Teilstromleitung, Absperrarmaturen, Durchflussregelung, Durchflussanzeige, Sensoren, Messsonden, Messumformer, Anzeigeeinheit, Datenaufzeichnung, Alarmkontakte und Schnittstellen zur Steuerung. Je nach Ausführung kann das Messwasser anschließend verworfen oder in den Prozess zurückgeführt werden.
Die Messung kann direkt im Hauptstrom, im Probenstrom oder in einem Teilstrom erfolgen. In vielen Wasseraufbereitungsanlagen ist eine Teilstrommessung vorteilhaft, weil Durchfluss, Druck und Zugänglichkeit besser kontrolliert werden können. Außerdem lassen sich Sensoren dort einfacher reinigen, prüfen und kalibrieren.
Probenahme und Messwasserführung
Die Probenahmestelle ist entscheidend für die Aussagekraft der Messwerte. Der gemessene Wasserstrom muss den Zustand des zu überwachenden Wassers möglichst repräsentativ abbilden. Eine ungünstig gewählte Probenahmestelle kann zu Messwerten führen, die den tatsächlichen Anlagenzustand nicht korrekt darstellen.
Bei der Planung sollten deshalb mehrere Punkte geprüft werden: Soll Rohwasser, Reinwasser, Permeat, Prozesswasser, Kühlwasser oder Abwasser gemessen werden? Ist die Probenahmestelle hydraulisch geeignet? Sind Druck, Temperatur und Durchfluss für die Sensoren passend? Können Luftblasen, Ablagerungen oder Feststoffe die Messung beeinflussen? Muss das Messwasser zurückgeführt werden oder darf es ablaufen?
Eine stabile Messwasserführung ist besonders wichtig für zuverlässige Messwerte. Viele Sensoren benötigen einen definierten Durchflussbereich. Zu geringer Durchfluss kann zu trägen oder verfälschten Messwerten führen. Zu hoher Durchfluss kann Sensoren mechanisch belasten oder die Messung beeinträchtigen.
Sensoren, Sonden und Messumformer
Sensoren und Sonden erfassen die eigentlichen Messwerte. Je nach Parameter kommen unterschiedliche Messprinzipien zum Einsatz. pH- und Redoxmessungen arbeiten häufig mit elektrochemischen Sonden. Leitfähigkeit kann konduktiv oder induktiv gemessen werden. Trübung wird optisch erfasst. Desinfektionsmittelmessungen können amperometrisch oder photometrisch erfolgen.
Die Sensorsignale werden über Messumformer verarbeitet und in nutzbare Werte umgewandelt. Diese können lokal angezeigt, gespeichert oder an eine Steuerung übertragen werden. Wichtig ist, dass Sensor, Messbereich, Werkstoff, Temperaturbeständigkeit und Einbausituation zur jeweiligen Wasserqualität passen.
Nicht jede Sonde ist für jede Anwendung geeignet. Stark verschmutztes Wasser, hohe Salzgehalte, aggressive Medien, wechselnde Temperaturen oder Ablagerungen können die Sensorauswahl beeinflussen. Deshalb sollte die Messtechnik immer passend zum Prozess und zur Wasserbeschaffenheit ausgelegt werden.
Visualisierung, Datenaufzeichnung und Alarmierung
Moderne Messtechnik soll Messwerte nicht nur erfassen, sondern verständlich darstellen. Die Anzeige kann direkt an der Messstation, auf der Steuerung der Wasseraufbereitungsanlage, auf einem digitalen Schreiber oder in einem übergeordneten Leitsystem erfolgen.
Sinnvoll ist eine übersichtliche Darstellung von aktuellen Messwerten, Sollwerten, Grenzwerten, Trendverläufen, Alarmzuständen, Betriebszuständen, Wartungshinweisen und historischen Daten. Trendkurven sind besonders hilfreich, weil sie schleichende Veränderungen sichtbar machen.
Die digitale Datenaufzeichnung ermöglicht eine nachvollziehbare Dokumentation des Anlagenbetriebs. Erfasst werden können Messwerte mit Zeitstempel, Grenzwertverletzungen, Alarmmeldungen, Betriebszustände, Schaltvorgänge, Kalibrierungen, Wartungsereignisse und Störungen.
Bei Grenzwertabweichungen kann die Messstation eine Alarmmeldung auslösen. Möglich sind optische oder akustische Meldungen, potenzialfreie Kontakte, Meldungen an die Anlagensteuerung, Weiterleitung an Gebäudeleittechnik oder Prozessleittechnik sowie Fernmeldungen per E-Mail, SMS oder Fernüberwachungssystem. Je nach Anwendung kann auch eine automatische Reaktion erfolgen, zum Beispiel eine Anlagenabschaltung, eine Dosierfreigabe, eine Verriegelung oder eine Spülung.