Für eine effektive Rückspülung von Kiesfiltern wird sauberes Klarwasser benötigt. Dieses sollte vorzugsweise aus einer Klarwasservorlage mit separater Druckerhöhung entnommen oder direkt aus der Klarwassersammelleitung gewonnen werden. Diese Varianten gewährleisten eine stabile Rückspülleistung und verhindern die Verschleppung von Verunreinigungen.
Wenn keine Klarwasservorlage verfügbar ist, können auch andere Rückspülverfahren eingesetzt werden. Diese sind jedoch nur eingeschränkt empfehlenswert und bringen spezifische Nachteile mit sich:
-
Brunnenwasser zur Rückspülung:
Wird zur Rückspülung ungefiltertes Brunnenwasser verwendet, gelangen bei der Gegenstromspülung Schmutzpartikel in die untere Grobschicht des Filterbetts. Diese Zone dient üblicherweise der Stützung des Filtermaterials und sollte frei von Ablagerungen bleiben. Nach der Rückspülung ist daher ein zusätzlicher Klarspülschritt erforderlich, um die Funktionstüchtigkeit des Filters sicherzustellen.
-
Rückspülung über einen zweiten Kiesfilter:
In diesem Fall wird ein noch betriebener Filter als Wasserquelle zur Rückspülung eines zweiten, verschmutzten Filters genutzt. Da die Rückspülwassermenge in der Regel deutlich über der regulären Filterdurchflussrate liegt, kann der Arbeitsfilter hydraulisch überlastet werden. Dies kann die Filterleistung beeinträchtigen und die Versorgungssicherheit reduzieren. Zudem steht der Arbeitsfilter während des Spülvorgangs nicht für die Wasserbereitstellung zur Verfügung.
Empfehlung
In vielen Fällen ist die Installation einer Klarwasservorlage mit entsprechender Druckerhöhung nicht nur technisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft. Sie stellt die Versorgung mit ausreichend Rückspülwasser sicher und erhöht die Betriebssicherheit der gesamten Anlage.
Rückspülung bei Kiesfilteranlagen – Ablauf und technische Anforderungen
Für einen dauerhaft stabilen Betrieb von Kiesfilteranlagen ist eine regelmäßige Rückspülung unerlässlich. Sie entfernt abgelagerte Feststoffe aus dem Filterbett und verhindert die Verblockung der Kiesschichten. Dabei wird gereinigtes Wasser – unterstützt durch Druckluft – von unten nach oben durch den Filter geführt.
Die Rückspülmenge muss exakt eingestellt werden. Eine zu geringe Wassermenge führt zu unzureichender Auflockerung des Filterbetts, während eine zu hohe Menge den Filterkuchen oder sogar das Filtermaterial selbst austragen kann.
Bevorzugt wird für die Rückspülung internes Klarwasser verwendet, etwa aus der Klarwasservorlage oder einer Klarwassersammelleitung. Der Einsatz von Stadtwasser ist technisch möglich, aber aus wirtschaftlicher Sicht meist nicht notwendig.
Ablauf der Rückspülung: Schritte im Überblick
Die Rückspülung kann automatisch über einen Differenzdrucksensor, eine Zeitschaltuhr oder durchsatzbasiert ausgelöst werden. Der Rückspülprozess ist in mehrere aufeinanderfolgende Schritte unterteilt:
| Schritt |
Dauer (Richtwert) |
Beschreibung |
| 1.Rückspülen |
ca. 20 min |
Wasser wird von unten nach oben durch den Filter geleitet. Ziel ist die vollständige Auflockerung des Filterbetts. |
| 2.Absenken |
ca. 15 min |
Der Wasserstand im Filter wird bis zur Kiesoberfläche abgesenkt. Eine automatische Absenkung kann über eine Schleife in der Rohrleitung erfolgen. |
| 3.Luftspülen |
ca. 15 min |
Luft wird von unten in den Filter eingeblasen, um Anhaftungen zu lösen und die Reinigung zu intensivieren. |
| 4.Füllen |
ca. 10 min |
Der Filterbehälter wird wieder mit Wasser befüllt. Die im oberen Bereich eingeschlossene Luft entweicht über den Entlüfter. |
| 5.Klarspülen |
ca. 10 min |
Eine erneute Rückspülung mit Klarwasser entfernt verbliebene Schmutzpartikel. |